Rolf Bergmann

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„Schreiben ist eine Art Aneignung der Welt unter einem einzigartigen Blickwinkel.“

Rolf Bergmann wurde 1942 in Dresden geboren. 1961, vor dem Bau der Mauer, flüchtete er über West-Berlin nach Frankfurt am Main. Er studierte ab 1962 in München Germanistik, schrieb während dessen an seinem Roman „Pierrot“, der unveröffentlicht blieb. Ab 1970 arbeitete er in der Touristikbranche in Frankfurt am Main.

1977 erschien sein Roman „Cuba libre in Benidorm“, der diese Arbeitswelt widerspiegelte. Bergmann lebte inzwischen in Heidelberg und Mannheim. Er arbeitete als Kritiker, Lektor und Autor (Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, Südfunk, Mannheimer Morgen u.a. Presseorgane). Nach der Scheidung seiner ersten Ehe (ein Sohn) fuhr er Taxi in Mannheim, da die Honorare nicht zum Überleben reichten. Auch diese Arbeitswelt verwertete er literarisch in einem Roman.

Die Bekanntschaft mit dem Mannheimer Original und Künstler Ernst Kolb regte Bergmann zu Texten über diesen „Mann mit der Plastiktasche“ an, die er schließlich in einem Buch zusammenfasste. Ab 1996 arbeitete Bergmann als Fernstudienleiter einer Schreibakademie. 1997 kehrte er nach Frankfurt am Main zurück und heiratete erneut. Es folgten häufige Reisen nach Dresden. Im Jahr 2002 verstarb seine Mutter.

Bergmann bewarb sich als Stadtschreiber in Dresden, wegen der Recherchen zu seinem Romanprojekt „Roter Kakadu“, wurde jedoch zweimal abgelehnt. Er schrieb den Dresden-Roman trotzdem, der 2005 erschien. Ein Jahr später kehrte Bergmann – nach 45 Jahren – endgültig in seine Heimatstadt zurück. Doch in der Literaturszene hatte niemand auf ihn gewartet, die „Eingliederung“ war schwierig.

Erst bei den Literaturnern fand er einen freundschaftlichen Anschluss. Er schrieb drei Kurzgeschichten für den gemeinsamen Erzählband. Seit 2012 arbeitete Bergmann an einer Biographie über den Künstler Ernst Kolb, nachdem er unerwartet Zugang zum verschollen geglaubten Nachlass des Künstlers erhalten hatte. Die Biographie erschien im Herbst 2013. Im Jahr darauf veröffentlichte der Editia-Verlag (ein Imprint des Dresdner Buchverlages) seinen Krimi „Das mallorquinische Wagenrad“.

Rolf Bergmann starb am 1. Mai 2015 in Dresden.

Bibliographie (nur Einzeltitel)

  • Bergmann, Rolf [2014]: Das mallorquinische Wagenrad. Dresden: Editia Verlag
  • Bergmann, Rolf [2013]: Ernst Kolb – Bäcker · Bürger · Künstler – Eine Biographie. Mannheim: Wellhöfer Verlag
  • Bergmann, Rolf [2009]: Der Mann, der aus den Quadraten fiel. Saarbrücken: Verlag der Villa Fledermaus
  • Bergmann, Rolf [2005]: Damals im Roten Kakadu. Saarbrücken: Verlag der Villa Fledermaus
  • Bergmann, Rolf [2003]: 422 – ein Taxiroman. Speyer: Marsilius Verlag
  • Bergmann, Rolf [2000]: Der Mann mit der Plastiktasche – Erinnerungen an den Bürger Kolb. Speyer: Marsilius Verlag
  • Bergmann, Rolf [1989]: Der Faule Pelz – Geschichten einer Nacht, Heidelberg-Erzählungen. Neustadt a.d.W.: Verlag Pfälzische Post
  • Bergmann, Rolf [1977]: Cuba libre in Benidorm. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag (Wiederveröffentlichung 1983 als Reprint in der Express-Edition, Berlin-Kreuzberg)

Preise

  • 2006: Reisestipendium des Auswärtigen Amtes nach Ostafrika
  • 2004: Mannheimer Kurzgeschichtenpreis