Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

von Ariane Ruecker

Ich habe keine Angst vorm Sterben. Das heißt noch lange nicht, dass ich ein Buch darüber lesen möchte. Das hier wurde mir zusammen mit einen Stoß leichter Unterhaltungsliteratur von einer Freundin untergejubelt: „Hier, zur Entspannung nach der Arbeit“.

Ich schob es im Stapel immer wieder nach unten. Bis alles andere „weggelesen“ war.

Das Buch lebt von unausgesprochenen Gefühlen, verbalen Tretminen und Fettnäpfchen im Kreisen um die Frage, wieviel Harmonie ein Sterbeprozess braucht.
Gleichzeitig habe ich selten so authentische Einblicke in die Gefühlswelt eines Dreizehnjährigen bekommen.


Sein Vater, in der Rolle des Tollpatsches, zeigt uns Lesern und Leserinnen hier eher das, was wir an uns selbst nicht sehen wollen: Misslungene Kommunikation in Situationen, wo es drauf ankommt, sensibel zu sein.

Ich empfehle dieses Werk allen, die Anregungen suchen, „show and tell“ harmonisch zu verknüpfen, und allen, die mal die eigenen Tiefen auf einem gern gemiedenem Terrain ausloten wollen. 

Susann Pásztor (2018) Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster. Roman, 6. Aufl. 288 S., Köln: KiWi.


Autorin: Ariane Rücker