Einblick in den Werkstattbetrieb

von Steven Fischer

Es rattert, es wird gehämmert, es fallen Späne zu Boden – so stellt man sich normalerweise eine Werkstatt vor. In unserer Werkstatt arbeiten wir an Texten, von daher kann es zum Glück niemandem passieren, dass er mit dem Hammer seinen Daumen statt den Nagel trifft.

Wobei im übertragenen Sinne ist das durchaus möglich, schließlich sind wir fast alle literarische Amateure mit unterschiedlichem Wissensgrad. Da passieren schon Mal Fehler, die wehtun und deshalb gibt es einmal im Monat unsere Vereinstreffen, bei denen wir unter anderem darüber sprechen, wie wir diese Fehler beheben können. Um euch, liebe Interessierte, einen Eindruck zu vermitteln, berichte ich von unserem letzten Treffen.

Unser Ziel nach der Veröffentlichung des zweiten Erzählbandes, den ihr im Zwiebook-Verlag kaufen könnt, ist es, den Wissenstand unserer Mitglieder auf ein höheres Niveau zu heben. Dazu haben wir eine kleine Vortragsreihe initiiert, die sich schon mit ganz unterschiedlichen Themen befasst hat wie z.B. Poetry Slam, Reiseliteratur, Fantastisches.

Dieses Mal ging es um Kritiken. Was macht eine Kritik aus? Welche Kriterien gibt es dafür? Am Anfang des kleinen Referates schauten wir uns anhand einer x-beliebigen Amazonkritik die allgemeinen Merkmale an und welche Fehler vor allem Anfänger machen. So benutzen sie z.B. gerne Leerformeln oder fällen überzogene Urteile, um ihre Unkenntnis zu überdecken.

Ein guter Kritiker ist vor allem ein guter Beobachter, deshalb sprachen wir anschließend ausführlich über das Führen eines Journals, eine Art Notizheft, mit dessen Hilfe die Fähigkeiten des Kritikers geschult werden. Anhand von den vier Stichpunkten „Beobachten und analysieren“, „Kontextualisieren und symptomatisieren“, „Verkürzen, zuspitzen, pointieren und werten“ und „Erzählen“ gingen wir noch ganz genau darauf ein, was eine Kritik zu einer guten Kritik werden lässt.

Zum Abschluss sprachen wir über eine Kritik, die eines unserer Mitglieder für eine Zeitung verfasste. Hat er die Kriterien erfüllt? Welche sprachlichen Mittel hat er angewendet? So konnten wir das vorher Besprochene direkt an einem Fallbeispiel anwenden.

Sollte dieser Beitrag euer Interesse an unserer Arbeit geweckt haben, sei es als Schriftsteller oder Journalist, könnt ihr euch gerne über das Kontaktformular an uns wenden. In diesem Sinne wünschen die Literaturner einen erfolgreichen literarischen Herbst!

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